Öffentliche Zertifikate – Dateneinträge, die gegen Branchenstandards verstoßen

Grundlegende Anforderungen und RFC 5280-Verletzungen

Für öffentlich vertrauenswürdige Zertifikate erfordern Branchenstandards (Grundlegende Anforderungen und RFC 5280), dass die Dateneinträge bestimmte Kriterien erfüllen. Ein Verstoß gegen diese Standards bei der Bestellung eines Zertifikats hindert eine Zertifizierungsstelle daran, das Zertifikat auszustellen.

Verletzung des Organisationseinheitswerts

Für öffentlich vertrauenswürdige Zertifikate ist der Organisationseinheitswert (Feld) nicht erforderlich. Gemäß den Grundlegenden Anforderungen, müssen Zertifizierungsstellen den Organisationseinheitswert nur validieren, wenn ein Wert bereitgestellt wird. Falls Sie dieses Feld leer lassen (keinen Organisationseinheitswert bereitstellen), sind die Zertifizierungsstellen angewiesen, das Feld nicht auf in das Zertifikat aufzunehmen.

Die grundlegenden Anforderungen verbieten außerdem, dass dieser Wert als "Junk" erscheint sowie die Verwendung von Indikatoren wie „nicht zutreffend“, um die Zertifikate so klein wie möglich zu halten. Kleinere Zertifikate gewährleisten, dass TLS für eine größere Anzahl Benutzer und Website-Operatoren zugänglich bleibt.

Die folgende Liste enthält einige der Zeichen, die als solche in das Feld Organisationseinheit eingetragen keinen gültigen Organisationseinheitswert darstellen.

  • "-" (Bindestrich)
  • " " (Leerzeichen)
  • "." (Punkt)
  • "?" (Fragezeichen)
  • "na" (Nicht zutreffend)
  • "NA" (Nicht zutreffend)

Falls Sie nur einen Bindestrich in das Feld Organisationseinheit setzen, kann eine CA den Wert nicht validieren. Falls Sie jedoch einen Organisationsnamen mit einem Bindestrich eintragen (zum Beispiel Dev-Ops), hindert der Bindestrich die CA nicht daran, Ihren Organisationseinheitswert zu validieren.

Überschreitung der 64-Zeichen-Grenze

Für öffentlich vertrauenswürdige Zertifikate können wir bei den folgenden Werten (Dateneinträgen) eine Überschreitung der 64-Zeichen-Grenze, einschließlich Leerzeichen, nicht zulassen:

  • Allgemeiner Name
    Dieser Wert darf die 64-Zeichen-Grenze nicht überschreiten. Für Subject Alternative Names (SANs) gilt diese Beschränkung nicht. Die SANs in einem Zertifikatsauftrag (zum Beispiel in einem Multi Domain SSL-Zertifikatsauftrag) dürfen länger als 64 Zeichen sein.
  • Organisation
    Hat die Organisation einen angenommenen Namen? Und Sie planen, die Organisation für Extended Validation (EV)-Zertifikate zu validieren?
    Dann stellen Sie sicher, dass der Name der Organisation + der angenommene Name, einschließlich Leerzeichen, nicht die 64-Zeichen-Grenze überschreiten.
  • Straße 1
  • Straße 2
  • Stadt
  • Bundesland
  • Postleitzahl

Verwendung von Unterstrichen

Für öffentlich vertrauenswürdige Zertifikate ist sind Unterstriche (_) nicht mehr erlaubt in:

  • Allgemeiner Name
  • Subject Alternative Names (SANs)

Seit 1. Oktober 2018, können wir nur noch Zertifikate für Domänen und Unterdomänen ausstellen, die ausschließlich die folgenden Zeichen verwenden:

  • Kleinbuchstaben a–z
  • Großbuchstaben A–Z
  • Ziffern 0–9
  • Sonderzeichen: Punkt (.) und Bindestrich (‐)

Derzeit dürfen Sie noch Unterstriche in anderen Zertifikatswerten verwenden, wie z. B. Organisationseinheit und Organisationsnamen. Allerdings wird die Verwendung des Unterstrichs in diesen Werten neu bewertet. Die Branchenstandards können sich ändern, sodass Sie die Unterstriche aus diesen Werten entfernen müssen.